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29. Mai 2014 - Wechselbad der Gefühle

Heute wagen wir einen Blick zurück... aber auch einen Blick nach vorn! Wir mussten es erst verdauen, das Wechselbad der Gefühle, das wir in den letzten Wochen und Monaten durchlebten.

Am 1. Januar 2014 wurde unsere Frida gedeckt und schon bald war klar: wir erwarten unseren E-Wurf. Die Vorfreude war groß, Frida ging es bestens - den beiden anderen Damen in unserem Rudel – Dille und Quincey – ebenfalls. Die Trächtigkeit verlief normal, Frida genoss besonders die Nähe von unerem Jungspund Dille, die sehr einfühlsam mit der immer runder werdenden Frida umging.

Dille, eine Tochter von Quincey aus unserem D-Wurf, entwickelte sich bis dahin prima. Sie war mein Schatten in ihrem ersten Lebensjahr, lernte eifrig und machte alles richtig, um uns und den anderen Hunden zu gefallen. Die ersten Ausstellungen waren geplant, sie apportierte bereits mit Leidenschaft... und ging fleißig zum Ringtraining und in die Hundeschule - bis sie dann an einem Samstag Abend plötzlich hechelte. Keiner verstand warum, nachts wurde es schlimmer, sie bewegte sich merkwürdig steif. Am nächsten Morgen waren wir mit ihr in der Klinik. Dann ging alles Schlag auf Schlag: Klinik, Haustierarzt, Uniklinik … und eine furchtbare Diagnose: SRMA – eine auto-immun-bedingte Form der Hirnhautentzündung. Die Cortison-Therapie sprach zunächst an, aber der chronische Verlauf war nicht aufzuhalten.

Inzwischen waren bereits die E-chen geboren, Frida wie immer die perfekte Mutter - und sie duldete die kleine respektvolle Dille, die nun aufgrund ihrer Erkrankung noch ruhiger war, von Anfang an im Welpenzimmer. Dille schaute still dem Treiben zu und lauschte dem Piepsen der Welpen. Wie hatten wir uns darauf gefreut, sie später mit den Welpen zu erleben – hatte sie sich doch bereits als 4 Monate alte Hündin bei den Welpen des F-Wurfs im Zwinger Red Baron’s als perfekte Welpensitterin bewiesen… doch dazu kam es nicht mehr.

Am 11.3.2014 mussten wir unser geliebtes Mädchen gehen lassen. Unsere E-chen waren, als Dille ging, gerade mal eine Woche alt. Frida machte ihre Arbeit vorbildlich und schaffte es zusätzlich, uns zu trösten. Eine schwere, traurige Zeit.

Und dann plötzlich suchte eine kleine Hündin aus dem Ballinderry’s I-Wurf kurz vor der Abgabe ein neues Zuhause. Genau die, die bei einem Besuch in mein Herz gesprungen war (da waren wir noch voller Hoffnung, dass Dille gesund werden würde – und die kleine Dame war ja auch fest vergeben). Doch jetzt ging alles ganz schnell. Sollen wir? Sollen wir nicht? Was sagt Frida dazu? Und Quincey? Lange Gespräche mit der Züchterin der kleinen Irish Liberty… und ja: wir wagen es.

Gleichzeitig kristallisierte sich heraus, dass Quincey, die immer schon der Herzenshund meiner Schwester und bereits oft und gerne bei ihr war – so auch teilweise während Dilles Erkrankung – ganz umziehen würde. Wieder Tränen und Abschiedsschmerz, aber wir wussten, es würde ihr nicht nur gut sondern besser gehen, denn Quincey war immer schon eher ein Einzelhund als ein Rudelmädchen. Sie genießt nun ihr Leben als Mittelpunkt der Familie – und wenn sie uns besucht, was sehr häufig der Fall ist, mischt sie wie eh und je das Rudel auf, kuschelt und tobt mit Frida – und nun auch mit Flanna - und liegt wie früher abends stundenlang auf Ralphs oder meinem Schoß.

Mit meiner Schwester haben wir abgestimmt, dass mit Quincey wegen der möglichen Erblichkeit von Dilles Erkrankung nicht mehr gezüchtet wird.

Der Rufame der kleinen Irish Liberty wurde Flanna – und als sie bei uns einzog, war sie 11 Wochen und die KENAVO E-chen gerade 4 Wochen alt. Wir führten Flanna vorsichtig mit Frida und Quincey - die zu diesem Zeitpunkt ganz bewusst noch bei uns war - zusammen.

Ganz besonders freuten wir uns, dass vor allem Frida – obwohl oder gerade weil? sie gerade Welpen hatte – die kleine Neue von der ersten Minute an akzeptierte. Allerdings machte Flanna es ihr auch nicht schwer. Sie respektierte Fridas Position und Souveränität auf ihre ganz spezielle fröhliche Art, ein bisschen unterwürfig, aber nicht zu sehr, ein lustiger Clown, dem wir und Frida nicht widerstehen konnten und können.

Flanna und die E-chen profitierten unglaublich voneinander. Schon kurz nach ihrem Einzug bei uns durfte Flanna zu den Detektiven. Sie spielte, tobte und schmuste mit ihnen - Frida genoss das alles von ihrer erhöhten Position aus und kam fast nur noch, um die Milchbar hin und wieder zu öffnen.

Flanna lernte auf diese Weise auch schon sehr früh, dass sie nicht immer die erste Geige spielte: Sie durfte dabei sein, wenn das Futter für die Welpen zubereitet wurde und auch beim Füttern zuschauen. Schon nach kurzer Zeit schaute sie zu, ohne eigene Rechte einzufordern. Auch musste sie häufig warten, wenn die E-chen dran waren. So entwickelte sie besonders früh eine sehr hohe Frustrationstoleranz. Davon profitieren wir und sie jetzt - und sicher ihr ganzes Hundeleben lang. Gleichzeitig lernte sie schnell, ihr Verhalten gegenüber den viel kleineren und jüngeren Welpen zu dosieren. Und bei all dem hatte sie immer einen Riesenspaß!

Wir bedanken uns bei Flannas Züchterin Natalie Heimbach für ihr Vertrauen und dass sie uns diese kleine hübsche Hündin als Nachfolgerin für KENAVO überlassen hat.

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Dille wartet mit Frida auf die E-chen
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Babysitter Dille bei den Red Baron's F-chen
Dille
Baby Dille und Tante Frida
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Dille kurz bevor sie erkrankte...
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Die 3 von der Tankstelle: Dille, Frida und Quincey
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Frida zufrieden mit Emil und den Detektiven
QuinceyDchen
Auch Quincey war eine tolle Mama für ihre D-chen
EWurf3
Und Frida mit Eddie...
FlannaE2
Flanna hat das Herz am rechten Fleck...
FlannaE4
Komm, Frida: wir hüten die Detektive gemeinsam!
QuinceyE
Emmy becirct Tante Quincey
Quincey4
Quincey hat "ihren" Platz gefunden!
Quincey4a
Quincey vertraut ihrem neuen "Chef" sehr...
 
Und hier kommt Flanna >
Flanna

Nun genießen wir erst einmal die etwas ruhigeren Tage, das Heranwachsen und die Ausbildung von Flanna, das Zusammenwachsen von Flanna und Frida, die Besuche von Quincey… und was die Zukunft für KENAVO bringt, das werden wir sehen!

Stefanie und Ralph Schraven