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Juni 2014 - Dílis, ein abenteuerlustiges Irish Terrier Mädchen

Erst jetzt kommen wir dazu, den neuesten Bericht und viele aktuelle Fotos von unserer kleinen Schweizerin zu veröffentlichen. Wir bedanken uns ganz herzlich und wünschen allen treuen KENAVO Lesern viel Spaß!
Dilis Bericht1405-138

Liebe KENAVOs,

Ihr denkt wohl ich hätte Euch vergessen, oder ich sei seit meinem Schneetauglichkeitsbericht von Ende Dezember irgendwo im Schnee verschollenen.

Keine Angst, mir geht es sehr gut und ich habe viel erlebt inzwischen. Traurig war ich nur, dass Dille nicht mehr da ist. Ich habe mich an dem Tag ganz fest an Zweibeiners gekuschelt und dann kam Euer trauriges Mail.

Jetzt ist schon Juni und habe ich bereits meinen ersten Geburtstag gefeiert mit einen richtigen Geburtstagshamburger ganz für mich allein. Das Kerzli hat mich aber schon etwas irritiert: so kann man ja den Hamburger nicht fressen! Aber ich kann ja gut warten bis das störende Ding weggenommen wird. Hoffentlich gibt es dann nächstes Jahr einen grösseren Hamburger, damit zwei Kerzli drauf platz haben.
Ich habe seit meinem Geburtstag auch meinen eigenen Chromoson. Hoffentlich merken auch andere Hunde wie toll diese Therapie ist. Ich bin dann immer voll entspannt und nachher fröhlich und voll Energie. Ich probiere nun alle Programme aus.

Der Winter im Unterland ist eigentlich langweilig – kein Schnee und alles Matsch. Ich habe mich vom miesen Wetter nicht beeindrucken lassen und etwas im Bouldern geübt um mich für die Berge vorzubereiten. Auch vom kalten Wasser habe ich mich nicht abschrecken lassen. Wir Irish Terriers sind ja keine Stubenhunde.

Ich bin mit Zweibeiners dann mit Schnee endlich viel in die Berge gegangen. Dort kriegt man keine dreckige, dafür eine weisse Nase und man muss nicht mühsam das einzig erreichbare Eis aus dem Sumpf fischen. Und beim Gschäftli hat man super Aussicht.

Ich bin tapfer auf Schneeschuhtouren mitgestapft und habe mich oft im Tiefschnee bis zur Hütte durchgekämpft. Im Neuschnee wird man dabei sehr müde. Zum Glück kann man sich in der Hütte beim Ofen so richtig wohlig aufwärmen, trocknen und ausschlafen – sogar im Morgenmantel oder mit Bettdecke. Ich liebe es im Schnee herumzutollen und mit Zweibeiners zu spielen. Ich habe dabei schnell gelernt den Schnee einzuschätzen und wurde immer besser im Erkennen wo der Schnee trügerisch tief ist und man einfach im Tiefschnee versinken kann oder in einem Bach landet. Gelernt habe ich auch, dass es recht schwierig ist den Steilhang wieder herauf zu kommen, obwohl es runter samt rutschendem Schnee ganz ganz schnell geht. Zweibeiners haben meine Lernphasen natürlich schadenfreudig fotografiert, aber ich bin immer ganz allein ohne Hilfe wieder aus dem bodenlosen Tiefschnee herausgekommen. Nachher habe ich mich dann in der warmen Hütte erholt.

Im Frühling gefriert über Nacht der Schnee und trägt und ich kann dann im Rasetempo herum flitzen. Kaum habe ich das gemerkt, und auch, dass alle meine Vierfüsserkollegen (Schneehasen, Gämsen, Rehe, Wiesel und Füchse...) dann auf Wanderung sind, haben die Spielverderber mich erst frei laufen gelassen, wenn ich im schweren Nassschnee richtig eingesunken bin - ÄRGER!

Naja so schlimm war das auch nicht, ich bin mit dem Tiefschneehopsen ganz schön fit geworden. Ich habe auch eifrig mit meinem Frisbee geübt, auch da ist Sprungkraft sehr nützlich. Zweibeiners haben dann meine Spur und die Hasenspur gemessen, mit meiner Sprungweite von 1.30 Meter ist kann ich durchaus bei den Schneehasen mithalten :-)
Ich habe eifrig mit dem Frisbee trainiert und auch meine Kaumuskulatur nicht vernachlässigt, es gab ja keine Knochen, dafür ein Gummispielzeug.

Im Frühling wird der Schnee mit der Sonneneinstrahlung zwar schnell schwerer, aber dafür kann man draussen gemütlich faulenzen und sich von der Sonne den Pelz wärmen lassen. Andererseits wurde es dann auf den Schneeschuhtouren so heiss, dass ich mich oft platt auf den kalten Schnee gelegt und die Schnauze in den Schnee gesteckt habe. Es ist im schweren Schnee eh anstrengender als im kalten Pulverschnee, so habe ich mich auch schon mal am Spurrand für eine Pause hingesetzt. Ich habe auch meinen ersten Gipfel bestiegen und liess mich stolz fotografieren.

Oft sind wir im Bergbeizli für eine Pause mit Zvieri eingekehrt. Ich habe dort einen komischen Hund angetroffen, der sah ein bisschen aus wie ich, war aber ein unfreundlicher Geselle. Der meinte er hätte den Wassernapf für sich gepachtet, ich habe aber natürlich Heimvorteil bei Zweibeiners Verwandten und darf überall rumlaufen und ich weiss wo der laufende Brunnen ist.

Ausser Schneeschuhtouren habe ich einen Schnupperkurs im Schlitteln gemacht und bin auf dem Rettungskanadier runtergerutscht, aber so recht begeistert hat mich diese Sportart nicht und ich bin dann bald raus gehopst. Zweibeiners rutschen manchmal auch ohne Schlitten den Hang hin unter .- komisch! Aber die Schneeballen die dann runter rollen sind sehr lustig und ich fange die gerne. Merkwürdig fand ich auch die Zweibeiner mit Brettern an den Füssen – die kriechen den Berg hoch oder lassen sich hochziehen von so einem komischen Gerät und dann überholen sie mich auf dem Abstieg. Die dachten wohl ich wäre so blöd und würde hinterherrennen ?

Hingegen finde ich das Snowmobil prima. Ich schaue immer dem Fahrer über die Schulter und bemühe mich mit in die Kurve zu liegen, damit wir nicht kippen. Ich bin dann aber bei dem Tempo schon froh um meinen Wintermantel und habe sogar bei starken Minustemperaturen einen Ohrenschoner akzeptiert. Zweibeiners ziehen dann Schneebrillen und Gesichtsmasken an und sehen ebenfalls sehr merkwürdig aus. Wenn es wärmer ist, finde ich es aber toll meine Ohre flattern zu lassen.
Einmal hatten wir eine Panne mit blockierter Raupe und ich und meine Zweibeinerin wurden im hohen Bogen vom Sattel geworfen. Aber eine echten Terrier kann eine solche Bruchlandung ja nicht erschüttern. Wir haben uns geschüttelt und sind wieder aufgestiegen.

Ich habe auch eine Einführung ins Schneeschaufeln gekriegt und zugeschaut wie man mit der Lawinenschaufel Löcher gräbt. Ich habe dann selber ohne Schaufel graben und suchen geübt, vielleicht werde ich ja noch Lawinenhund. Jedenfalls scheint dafür durchaus Bedarf zu bestehen. Ich hab ja viel über Lawinen gelernt. Zweibeiners haben mich immer auf den Schneeschuhwanderungen zurückgepfiffen wenn ich mich zu sehr einem lawinengefährdeten Hang genähert habe. Sie sind auch manchmal ganz komische Routen gelaufen, um denen auszuweichen.

Unsere Hütte ist gut gelegen, es gibt immer was zu sehen. Die Flugshow anlässlich des letzten Skirennen der WM war ganz schön lärmig. Der Adlerbussard der ab und zu vorbeikommt ist da viel besser.

Im Unterland ist es dann im April bald Frühling geworden und ich musste mich vom Schnee und all den spannenden Tieren am Boden und in der Luft verabschieden. Beim warmen Wetter macht es Spass die Aussicht zu bewundern und herumzuschnüffeln.

Ich habe zuhause meine Gartenschreddertätigkeit in grüner Umgebung wieder aufnehmen. Das Gras wurde immer höher und ich musste wieder hopsen, wie im Schnee um den Überblick zu behalten und nicht in einen Graben zu fallen. Das Suchen nach meinen Hundefreunden und dem Frisbee ist gar nicht so einfach, wenn man nichts sieht. Auf dem Osterspaziergang wurde meine Freundin Lulu ganz gelb von all den Löwenzahnblüten, auf meinem schönen roten Fell sieht man das nicht. Zu meinem Geburtstag haben dann Zweibeiners meinen Garten gemäht, damit ich alles besser bewachen kann. Bei angenehmem Wetter setze ich mich auf meinen Wachposten und beobachte die ganze Umgebung, sonst liege ich auf meinen Platz vor der Haustüre oder auch auf meinem neuen Hunde- Liegestuhl im Schatten.

In der Hundeschule sind nun auch wieder mehr Hunde anzutreffen als im Winter und wir üben, spielen und rennen eifrig. Mein Fitnesstraining hat sich bezahlt gemacht, Lulu und der Windhund sind zwar immer noch etwas schneller, aber im Ringen lass ich mir von Lulu nichts mehr vormachen. Ich kann nun auch den ganzen Parcours problemlos meistern, am liebsten rase ich aber mit Lulu durch den Tunnel. Die andern, Hunde und Zweibeiner sind erstaunt, dass wir beide gleichzeitig reinrasen können und dass wir oft nach einer Kehre darin am gleichen Ort wieder rauskommen. Ich kann auch auf der ganzen Länge oben drauf laufen; das macht Spass, besonders wenn ein anderer Hund unten drinsteckt und sich wundert wer ihm über den Kopf läuft. Leider sagt dann immer wieder Jemand „NEIN“ - der Tunnel gehe so kaputt.

Ich habe jetzt ernsthaft meine Sanihundkarriere begonnen und darf eine Leuchtschabrake tragen und ein Halsband mit meinem Bringsel dran. Ich suche dann Figuranten, (dass sind verirrte Zweibeiner) und all das Zeugs, dass Zweibeiners immer verlieren. Ich finde das richtig toll und ich werde auch sehr gelobt und kriege immer Leckerli !

Ich habe auch einige Kennenlernübungen in anderen Hundesportarten gemacht, aber ehrlich das war mir meist zu blöd und ich habe einfach gestreikt. Zum Glück hat das Longieren und die Obidienceübungen (all 2 Meter stand eine Tafel mit Instruktionen) auch meinen Zweibeinern nicht so gepasst und sie haben oft auch nicht recht kapiert was denn nun gemacht werden soll. Ich hopse, kraxle und renne gern über den Plausch-Parcours, und ich suche sehr gern. Wenn ich weiss, dass Zweibeiners etwas für mich verstecken bleibe ich brav sitzen bis ich losgeschickt werde. Ich habe gelernt bei „ZOS“ (für Zielobjektsuche) loszurasen und zu suchen – die Trüffeldose finde ich meist schnell - und mich davor hinzusetzen. Bringseln oder Apportieren heisst „SUCH“, „ZEIG“ und “BRING“ und „ABLEGEN“. Ich bemühe mich sehr, alles zu lernen.

Hingegen sind Zweibeiners manchmal sehr schwer von Begriff und/oder schwer erziehbar. So habe ich immer Auseinandersetzungen, wenn es ums Frisbeespielen geht. Die werfen brav meinen Frisbee und ich rase los, fang oder suche ihn im Schnee, hohem Gras, im See oder im Gebüsch und renne damit zurück. Und meist lege ich ihn vor meine Füsse, wenn sie „ABLEGEN“ sagen. Die kapieren aber einfach die Spielregeln nicht und wollen ihn mir dann immer wegnehmen. Ich schnappe ihn mir sofort wieder, aber statt mit mir daran zu zerren sagen sie „GIB“ und machen nicht mit. Wenn ich mit ihm dann wegrenne, bleiben sie blöd stehen statt hinterher zu rennen und Fangen zu spielen. So leg ich mich dann halt mit meiner Trophäe auf mein Plätzchen und spiele alleine. Ihr sagt ja immer: „wir arbeiten daran“.

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, wie meine Suchhundekarriere verläuft und wie sich das mit dem Frisbeeproblem entwickelt.

Auch von meinen Segel- und Kanufahrten werde ich nun da Sommer ist mehr berichten. Ich freue mich schon auf Ausflüge zu Land und zu Wasser.
Die Zweibeiners von meiner Freundin Lulu haben unser altes Kanu gekauft und wir haben die 1. Probefahrt gemacht – vorläufig leider ohne Lulu, Zweibeiners müssen noch etwas üben.
Meine andere Freundin Freundin Adele hat ein super Segelboot und ich dufte segeln gehen. Ich bin beim ersten Mal allein gesegelt, dann durften wir beide zusammen mit. Beim Segelboot warten wir brav, bis wir auf den Steg oder ins Boot gehoben werden - die Schwimmweste hat ja einen Handgriff. Ich habe Adele meine Babyschwimmweste und mein Gstältli vererbt, viel wachsen wird sie ja nicht mehr, sie ist schon läufig geworden. Zu zweit macht segeln noch viel mehr Spass. Zweibeiners drohen aber mit Schwimmunterricht, falls wir uns bei mehr Wind mal in den Seilen verheddern sollten oder uns beim Spielen mal aus Versehen über Bord schubsen sollten. Aus dem Kanu hopse ich freiwillig in ins Wasser, ich gucke aber genau ob es nicht zu tief ist.

Wir werden ja sehen ....

Ganz herzliche Grüsse von Eurer grossen erwachsenen Dílis

Liebe Iris, lieber Peter, wir freuen uns riesig über diesen Bericht, der so toll zeigt, was mit einem Irish Terrier alles möglich ist. Und wir sind froh, dass Dílis so ein glückliches, ausgefülltes Leben hat.

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