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Ein Bericht von Ute Storck

 

Nachdem im August im Osten erfolgreich das erste Antijagdtraining stattgefunden hat, haben wir an dem Wochenende 3.10./4.10.2009 nachgezogen und uns mit einer kleinen aber feinen Schar von Irish-Terrier-Freunden in Krefeld zusammengefunden. Nach dem Motto „Wehret den Anfängen“ haben wir nicht nur mit unserer Hündin Kira sondern auch mit unserem 7 Monate alten Guinness teilgenommen. Er war aber nicht der Jüngste – auch der 18 Wochen alte Carlos war dabei. Austragungsort war die Hülser Bergschänke, wo eigens für unser Seminar für 2 Tage ein Raum reserviert war.

 

Begonnen hat Andreas Clauser – selbst ein erfahrener Jäger – mit einem interessanten Vortrag über vom Jagen betroffene Lebewesen in Wald und Flur.

 

Schnell ist man ja mit dem Argument zur Stelle: Mein Hund tut ja nichts und will nur ein bisschen Spaß haben. Es geht aber nicht allein darum, dass unsere Hunde eventuell Tiere verletzen. Auch das ständige Aufscheuchen lässt z.B. die Rehe nicht zur Ruhe kommen und sie können u. U. nicht genug Substanz ansetzen, um den Winter zu überleben. Oder Muttertiere werden von ihrem Nachwuchs verscheucht und andere Tiere wie z.B. Habichte warten nur auf die Gelegenheit, um sich über Jungtiere oder Gelege herzumachen.

Ich habe da ehrlich gesagt nie so drüber nachgedacht und war dankbar über das Wachrütteln.

 

 

 

Dann hat unsere Seminarleiterin Marion Seifarth das Ruder übernommen und uns mit einer gelungenen Präsentation mit einigen beispielhaften Videoclips viel theoretisches Wissen vermittelt.  

 

Ich habe hier mal einige wichtige Passagen zusammengefasst:

 

Jagdverhalten gehört zum (Über-)lebenswichtigen Funktionskreis des Nahrungserwerbs. Solch ein Instinktverhalten kann man nicht einfach ausschalten. Jagdverhalten besteht aus verschiedenen Aktionen, die angeboren sind und von verschiedenen Reizen ausgelöst werden. Je nach Rasse und innerhalb einer gleichen Rasse auch noch je nach Persönlichkeit des Hundes ist die Instinktveranlagung mehr oder weniger ausgeprägt.

 

Was gehört zu einem Antijagdtraining? Zunächst drei Grundvoraussetzungen:

·         Die Beziehung zwischen Mensch und Hund muss stimmen,

·         man muss sich auskennen mit den Risiken in Feld und Flur - insbesondere den Orten, an denen wir uns gemeinsam bewegen

·         und man muss Alternativbeschäftigungsformen anbieten

 

Und dann natürlich ein aufbauendes Training. Das bedeutet die Trainingssituationen so zu gestalten, dass der Hund das gewünschte Verhalten zeigt, damit dieses Verhalten bestätigt werden kann. Einen großen Anteil am Trainingserfolg hat dabei die Motivation.

 

Trainingselemente:

• Abschalttraining

• Aufmerksamkeit + Orientierung ist das A+O

• Rückruf

• Stopp auf Entfernung

• Lange-Leine-Training

• Raus!

• Tabu

• Impulskontrolle

• Kommando-Auflösung

• Bleib!

• Warte

 

 

Wir Menschen müssen lernen, einen Blick für die Umgebungsgegebenheiten – hinsichtlich der Attraktivität für den Hund – zu entwickeln. Grundsätzlich vorausschauend sein und die Umgebung mit wachen Augen betrachten. Dann haben wir auch noch eine Chance, kontrollierend einzugreifen.

 

Und wenn wir dem Hund eine Ersatzbeschäftigung unter Wahrung der Bedürfnisse des Hundes und

gemessen an den Vorlieben, Interessen und Möglichkeiten von Mensch und Hund anbieten, sind wir auf einem guten Weg.

 

Neben viel Theorie gab es natürlich auch einige Praxiselemente. An diesem Wochenende war Feiertag und daher rings um die Hülser Bergschänke die Hölle los. Wir haben mit unseren Hunden so manche Blicke auf uns gezogen – es ist aber auch immer wieder schön anzusehen, so eine Meute Irish Terrier.

 

Nach kleinen Aufmerksamkeitsübungen

 

 

ging es zum nahe gelegenen Wildgehege. Dort sollten wir unsere Hunde dazu bewegen, das Wildschein Wildschwein sein zu lassen und sich lieber uns zuzuwenden. Kein leichtes Unterfangen. Obwohl Guinness noch nie ein Wildschwein gesehen hatte und sehr interessiert war, ließ er sich erstaunlich gut ablenken. Sollte ich mir Gedanken machen, dass Guinness mich interessanter als ein Wildschwein findet :-)))?

 

Unsere Hündin Kira war hingegen total aus dem Häuschen.


Weitere Übungen wie „Nein/Tabu“ oder „Spielpartner Mensch“ beendeten den Praxisteil des 1. Tages. Am zweiten Tag bestand der Praxisteil aus Einzelübungen mit jedem Teilnehmer, wobei Frau Seifarth dabei auf die Wünsche der Teilnehmer eingegangen ist. Dazu gehörte z.B. das Lange-Leine-Training oder die Impulskontrolle mit dem Felddummy.

 

 

 

 

Klein Carlos hatte anderes im Sinn

   

 

Impulskontrolle

 

Der krönende Abschluss für die Hunde war sicherlich das gemeinsame Toben.

   

 

 

Und die müden Frauchen …